Emotionsfokussierte Therapie

Emotionsfokussierte Therapie in der Paarberatung

Die emotionsfokussierte Therapie (EFT) ist eine kurzzeitige Therapieform und gilt heute als eine der am besten erforschten Methoden der Paartherapie. Studien belegen, dass 70-75% der Paare, die sich auf der Basis einer EFT beraten lassen, die Beziehungsprobleme hinter sich lassen und dann eine zufriedene Beziehung  führen. Etwa 90% zeigen signifikante Verbesserungen. Diese Verbesserungen sind dabei stabil und nachhaltig, mit wenig Anzeichen für einen Rückfall. Rein verhaltensbezogene Paartherapien haben vor allem die Schwachstelle, dass sie nur kurzfristig zu einer Verbesserung führen. Nach 2-3 Wochen ist oft keine Verbesserung der Beziehungsqualität mehr messbar.

Wie wirkt EFT

Neuere neurowissenschaftliche Studien unterstützen die Wichtigkeiten einer sicheren Bindung. Sind unsere Bindungen stark, kodiert unser Gehirn sie als „sicher”. Jede wahrgenommene Distanz oder Trennung in unseren engen Beziehungen wird als “Gefahr” interpretiert. Der Verlust der Verbindung zu einem geliebten Menschen bedroht unser Sicherheitsgefühl. Die Folge ist Angst und diese löst Alarm in einem Teil unseres Gehirns aus, der auch als Angstzentrum bezeichnet wird. Sobald die Amygdala aktiviert ist, löst sie Kampf- oder Fluchtreaktion aus. Denn wenn die Amygdala auf bedrohliche oder unbekannte Informationen stößt, erhöht sie das Angstniveau des Gehirns.

Dies ist der Grund, warum wir als Erwachsene in unseren romantischen Beziehungen getriggert werden. Wir zeigen die gleichen sich wiederholenden (und ungesunden) Muster aus unseren früheren Lebensjahren. EFT hilft diese automatischen Reaktionen abzubauen.

Das Herstellen einer sicheren Bindung in einer Beziehung

Im Beratungsprozess werden die Konflikte zwischen Partnern reduziert und gleichzeitig eine sicherere emotionale Bindung geschaffen. Die Paare lernen, tiefe, zugrundeliegende Emotionen  auszudrücken und lernen ihrer Bedürfnisse zu versorgen. Die Partner beginnen dann, unerwünschte Verhaltensweisen (z.B. Rückzug oder Wut) als “Proteste gegen den Bindungsverlust” zu betrachten. Paare lernen emotional verfügbar, empathisch und engagiert miteinander umzugehen, was in der Folge die sichere Bindung zwischen ihnen stärkt.

Die emotionsfokussierte Therapie konzentriert sich auf die Gegenwart, um Veränderungen im Hier und Jetzt zu beleuchten. Es gibt drei Schritte oder Stufen von EFT.

Die erste besteht darin, die negativen Interaktionszyklen zu deeskalieren und den Paaren dabei zu helfen, zu verstehen, was in ihrer Beziehung passiert. Die Paare sehen, dass ihre Probleme in Unsicherheiten und Angst vor Bindungsverlust einhergehen.

Der nächste Schritt ist dann die Umstrukturierung der Interaktionen, wobei der Therapeut den Klienten hilft, ihre Ängste in der Beziehung zu besprechen.  Die Kunden lernen, sich aufeinander zuzubewegen und ihre Bedürfnisse zu besprechen. Sie werden emotional zugängiger und reagieren offener aufeinander.

Die Konsolidierung ist die dritte Stufe im emotionsfokussierten Therapieprozess. Der Therapeut hilft den Klienten, zu sehen, wie sie in negative Muster geraten sind, und zeigt auf, wie sie diese ändern können.

Auch wenn die emotionsfokussierte Therapie nicht zu jedem Paar passt, hat EFT sehr viele Stärken. Er wird durch umfangreiche Forschung unterstützt. Der Therapieprozess ist transparent und nachvollziehbar für die Klienten. Es verlagert die Schuld für die Probleme der Paare auf die negativen Muster zwischen ihnen, statt auf die Paare selbst.